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Montag, 8. November 2010

Mazda 6 MPS "Platz da!"


Hier kommt Frank mit seinem Mazda! Und diesem MPS sollte man wirklich Platz machen, denn er sieht nicht nur bissig aus, sondern hat es auch fastdick unter der Haube!


Der Mazda 6 war und ist ein sehr erfolgreiches Modell des japanischen Herstellers, das sich seit 2002 in der hart umkämpften Mittelklasse gegen Ikonen wie den Ford Mondeo oder VW Passat durchsetzen muss und kann. Im Jahre 2005 schob Mazda noch eine Sport-Variante namens MPS hinterher, die mit ihren 240 PS durchaus in einer Liga mit Dreier BMW und Audi A4 mitspielen kann. Erfahrungsgemäß sind solche stark motorisierten Modelle in Deutschland eher Image-Träger der ausländischen Hersteller als volumenstarke Verkaufserfolge. So war es auch beim MPS, der nur in geringer Stückzahl verkauft werden konnte. 


Sonderling in der Tuningszene

Angesichts der relativ großen Absatzzahlen der „zivilen“ Versionen erstaunt es schon ein wenig, dass der Mazda 6 in der Tuningszene so gut wie gar keine Rolle spielt. Das macht ihn jedoch für Individualisten besonders interessant. Frank Mannigel aus Berlin zählt zu diesen Einzelgängern. Der 6-er hatte es ihm schon immer angetan und so kaufte er sich kurz nach der Vorstellung eine Limo mit 2,3-Liter-Maschine als Neuwagen. Leider  wurde er kurze Zeit später in einen Unfall verwickelt, den der Mazda nicht überlebte. Frank war aber so überzeugt von dem Wagen, dass er sich das gleiche Modell nochmals zulegte, wieder als Neuwagen. Diesem verpasste er schon mal ein Bodykit und dachte auch über einen Turbo-Umbau nach. Als ob die Mazda- Oberen seine Gedanken lesen könnten, brachten sie genau zu diesem Zeitpunkt den MPS auf den Markt, der exakt die Voraussetzungen hatte, die Frank zu seinem Glück brauchte. Also brachte er seinen Sechser wieder zu den Mazda-Spezialisten vom Autohaus Matschoß, die ihn in Zahlung nahmen und Frank kurze Zeit später den MPS für die Türe stellten.
Soweit so gut, aber noch war Frank nicht am Ende seiner Wünsche.



Einzigartiges Bodykit von Pakfeifer

Da es für den Mazda so gut wie keine Tuningteile am Markt gab, musste er für anständige Karosserieteile tief in die Trickkiste greifen. Die österreichische Firma Pakfeifer baute ihm ein maßgeschneidertes Bodykit, für den Frank allerdings zweimal nach Wien reisen und auf seinen MPS sechs Wochen verzichten musste. Danach ging der Wagen zum Berliner GFK-Spezialisten René Clausnitzer von Friendship Tuning, der das komplette Kit nochmals verstärkte und exakt anpasste. Karosseriespezialist Sebastian Bader cleante daraufhin die Heckklappe und lackierte das gesamte Auto im originalen „Tornado-Rot“. Als das geschafft war, kümmerte sich Frank intensiv um die Maschine.

 
Feines Zubehör für das Triebwerk

Von CPE installierte er ein Cold Air Intake sowie ein Zusatzsteuergerät, das wichtige Parameter wie Drosselklappenstellung und Ladedruck des Direkteinspritzers kontrolliert. Vom selben Hersteller stammen die komplette Abgasanlage sowie der Intercooler, der nun hinter dem Stoßfänger statt auf dem Motor sitzt. Durch diese Modifikationen stieg die Leistung auf 350 PS, weshalb Frank die Motor- und Differenzial-Aufhängungen durch stärkere Zubehörteile ersetzte. Auch die Bremsanlage wurde für die stärkere Beanspruchung mittels Stoptech-Scheiben und Redstuff-Belägen fit gemacht. Das KW-Gewindefahrwerk könnte theoretisch sogar noch ganz andere Motorisierungen vertragen. Das trifft sich ganz gut, denn Frank hat mit seinem Motor noch einiges vor. Geplant ist, die Maschine nach allen Regeln der Kunst für einen GT3076-Lader vorzubereiten, um die magische 500-PS-Grenze zu knacken.


Schon realisiert sind die neuen Chrom-Felgen von Lexani, die mit ihren 20 Zoll Durchmesser und den 235/30-er Pirellis die Radkästen ordentlich füllen.


Fazit: Sehr schöner Mazda mit viel Power.


Technical Facts

Fahrzeugtyp: Mazda 6 MPS, Baujahr 2005

Karosserie: Bodykit von Pakfeiffer (Sonderanfertigung), Heckklappe gecleant, Scheinwerferblenden, Neulackierung in „Tornado-Rot“

Motor: Typ L3T, Front Moiunt Intercooler von C-PE, HKS SSQV Blow off Ventil, Cold Air Intake von C-PE, Zusatzsteuergerät Standback von C-PE frei programmierbar, zusätzliches Motorlager von Turbine Tech, C-PE Motorhalter, Differenzialhalter von C-PE und Turbine Tech, WOT-Box von N2MB  verbaut mit 2-Step Launch Control und  No-Lift Shift Feature, Turbotimer von apexi, 350 PS

Auspuff: Downpipe und komplette Single-Sportauspuffanlege von C-PE, 300-Zellen-Rennsportkat

Rad/Reifen: Lexani Mistik 8,5x20 ET 40 mit 235/30ZR20 Pirelli Zero Nero

Fahrwerk: KW-Gewindefahrwerk

Danke an: BKP Motorsport, Friendship Tuning, Bader Karosserie & Lack, Pakfeifer, Autohaus Matschoß

Montag, 1. November 2010

Audi A4 Avant "Fast Forward"


Immer den Blick nach vorn – Sven Meissner ließ sich auch von Schicksalsschlägen nicht unterkriegen und lebte seinen Traum vom perfekten Tuningcar knallhart.



Sven ist Tuningfan durch und durch. In seinem „ersten Leben“ widmete er sich erfolgreich der Umgestaltung eines Mitsubishi Colt, genoss das Leben und fuhr leidenschaftlich gern Motocross. Leider wurde ihm genau das vor drei Jahren zum Verhängnis. Nach einem schweren Sturz erhielt der damals 22-Jährige die Diagnose: Querschnittslähmung mit der Aussicht auf ein Leben im Rollstuhl. Und nun? Sven krempelte sein Leben komplett um, richtete sich auf die neuen Gegebenheiten ein und suchte sich neue, rollstuhlgerechte Beschäftigungen.  Große Unterstützung erhielt er dabei von seinen Eltern, insbesondere bei der Bewältigung unzähliger Hindernisse speziell in der ersten Zeit nach dem Unfall. Auch Freundin Heike war immer an seiner Seite und gab ihm den nötigen Rückhalt. Natürlich war das nicht immer ganz einfach, aber Sven blickte nach vorn und setzte sich neue Ziele. Warum er sein Hobby Tuning aufgeben sollte, sah er sowieso nicht ein. Das Problem war nur, dass der gelernte Kfz-Mechaniker nicht mehr selbst schrauben konnte. Hier war er nun auf die Hilfe von fachkundigen Firmen angewiesen. 



Nach längerer Suche wurde er bei TC Concepts in Berlin fündig, wo er mit Chef Ali Ekici sofort zu einem ausgiebigen Brainstorming im Besprechungsraum verschwand. Das Basisfahrzeug war bereits vorhanden, denn Sven hatte zuvor beim Audi-Händler um die Ecke eingekauft. Die Entscheidung für einen A4 Avant mit großem Diesel-Sechszylinder fiel dem Beeskower nicht schwer, zumal Audi als einziger relevanter Hersteller die Umrüstung auf Handbedienung ab Werk anbot. Ziemlich egal war Sven dagegen die serienmäßige Innenausstattung, denn sowohl in technischer als auch in optischer Hinsicht hatte er schon den Großauftrag in Sachen Interieur an TC Concepts erteilt. 




Die aus Funk und Fernsehen bekannte Truppe gab ihr Bestes und schlug den gesamten Innenraum inklusive Armaturenbrett sowie den Himmel mit braunem und beigem Leder aus, verzierte das Ganze reichhaltig mit gesteppten Rauten im Bentley-Look und passte auch den Bodenteppich der neuen Farbgebung an. Als kleines Highlight ließ Sven die Kopfstützen und Fußmatten mit seinem Namen besticken. Die Qualität der Sattlerarbeiten ist auf absolutem Top-Niveau und kann mit der Werksware mehr als mithalten. Gekrönt wird das edle Ambiente durch ein aus dem Audi-Topsportler R8 entwendeten Sportlenkrad inklusive Schaltwippen sowie durch Echtcarbon-Einsätzen im gesamten Innenraum. Der geplante Kofferraumausbau kam gewissermaßen der Quadratur des Kreises gleich, da einerseits vier Monitore, ein zwölf Zoll großer Subwoofer und zwei Endstufen untergebracht werden sollten,  andererseits jedoch Svens Rollstuhl noch problemlos transportiert werden musste. Schließlich ist Sven sehr oft mit dem Audi unterwegs, zum Beispiel auf dem Weg zu seinem Verein „BSG Pneumant Fürstenwalde“, wo der 25-Jährige aktiv Rollstuhl-Basketball spielt. Die Umsetzung des Hifi-Projekts im Kofferraum bedurfte zwar einiger Planungsarbeiten, ergab aber im Endeffekt ein perfektes Ergebnis. 




Überhaupt war die Planung bei diesem Umbau ein bedeutendes Thema. Vieles, was im Vorfeld besprochen wurde, musste aus verschiedenen Gründen während der Bauphase wieder geändert werden. Hier machte sich die umfangreiche Erfahrung der Jungs von TC Concepts sehr positiv bemerkbar, die Sven immer wieder mit eigenen Ideen und ungewöhnlichen Methoden zur Seite standen. Beispielsweise ging es auf der Fahrwerksseite durchaus heftig zur Sache, wobei die Montage und Einstellung des Gewindefahrwerks von KW noch das kleinste Problem war.  Sven hatte sich nämlich rundum Felgen in der Größe 10x20 in den Kopf gesetzt. Er wollte den seines Wissens ersten TÜV-abgenommenen A4  mit dieser Größe an der Vorderachse besitzen. Die Umsetzung war dementsprechend schwierig. Um die speziell angefertigten „AM Forged Wheels“ an die Achsen zu bekommen, musste vorn ein zusätzlich modifizierter Achsschenkel eines Benzin-Modells verbaut werden. Der mit 245/30ZR20-er Falken-Pneus bespannte Felgensatz in den Einpresstiefen 25 und 20 wurde extra aus den Staaten für Sven importiert und ist einzigartig in Deutschland. 





Genauso einmalig sollte die Blechhaut des 2007-er Audis werden. Dafür montierte man bei TC rundum ein Bodykit von Rieger. Nur der Frontstoßfänger gefiel Sven nicht besonders und musste einem Austauschteil von Oettinger weichen. Durch einen in die Motorhaube integrierten, großzügigen Lufteinlass kann man die rot lackierte Motorabdeckung des bis auf ein Chiptuning serienmäßigen Sechszylinders erspähen. Leichter zu erkennen sind die um 3 bzw. 5 Zentimeter geweiteten Kotflügel und die daraufhin angepassten Stoßfänger. Dazu noch ein komplettes Cleaning und fertig war die Karosserie für den Auftrag des neuen Effektlackes aus dem Hause Lexus, der mit schwarzen Applikationen aufgewertet wurde.



Sven möchte sich an dieser Stelle tausendfach bei seiner Freundin Heike für ihre Unterstützung und das Verständnis bedanken. Zusammen mit ihr holt er sich seit der Fertigstellung seines Projektes einen Pokal nach dem anderen ab. Trotzdem kann und will er weitere Veränderungen seines Audis nicht ausschließen, denn er hat erkannt: „Man weiß ja nie, wie es kommt im Leben.“ Und wer könnte das besser beurteilen als er!



Fahrzeugtyp:
Audi A4 Avant 2,7 V6 Tdi, Typ B7, Baujahr 2007
Motor:
2,7 Liter V6 Diesel, 180 PS, Chiptuning auf 230 PS, rot lackierte Motorabdeckung
Rad/Reifen:
AM Forged Wheels Sonderanfertigungen, VA 10x20 ET 25, HA 10x20 ET 20, 245/30ZR20 Falken FK-452 rundum
Fahrwerk:
KW Gewindefahrwerk Variante 1, geänderte Vorderradaufhängung an Felgen angepasst mit Achsschenkel vom A4 Benziner
Karosserie:
Seitenschweller, Dachspoiler und Heckansatz von Rieger, Frontstoßfänger von Oettinger, Scheinwerferblenden und Spiegelkappen aus Echtcarbon, Eigenbau-Lufteinlass in der Motorhaube, Tagfahrleuchten vom S6, Dachreling und sämtliche Embleme entfernt, Kühlergrill von Caractere, Kotflügel vorn um 5 cm und hintere Seitenteile um 3 cm geweitet, Komplettlackierung in „Perlweiß“ von Lexus mit Applikationen in Klavierlack Schwarz
Innenraum/Hifi:
Komplette Innenausstattung mit zweifarbigem Leder bezogen, rautenförmige Absteppungen im Bentley-Look, individuelle Stickereien auf den Kopfstützen, große Kopfstützen hinten nachgerüstet, Lederlenkrad mit Schaltwippen aus Audi R8, Echtcarbon-Elemente, farblich angepasster Bodenteppich, Sonderfußmatten, maßgeschneiderter Kofferraumausbau, Zenec-Moniceiver mit 7“-Touchscreen, 2x Axton-Endstufen, 12“-Subwoofer, 4x Axton-Dreiwegesysteme in den Türen, 4x Kopfstützenmonitore Zenec, 4x 7“-TFT-Monitore im Kofferraum + 3x in der hinteren Armlehne, ausklappbarer 15,4“-Monitor am Dachhimmel
Danke an:
Freundin Heike für die Unterstützung und Geduld, meinen Eltern für die großartige Hilfe, TC Concepts, Betonwerk Westerwelle